Daumen weg, Kletterfreiheit her!
Im Zoo Zürich leben neu Bärenstummelaffen – flinke Kletterprofis mit erstaunlichem Magen und grosser Mission
Sie haben fast keinen Daumen, verdauen Blätter ähnlich wie Kühe und verbringen einen Grossteil des Tages mit Ruhen: Seit Anfang August können Sie im Zoo Zürich Bärenstummelaffen entdecken. Das neue Paar gehört zu einer stark gefährdeten Art und soll später in den Ndoki Wald ziehen.
Ein Daumen wäre für diese Affen eher hinderlich: Beim Hangeln durch die Baumkronen könnte er leicht im Geäst hängen bleiben. Deshalb besitzen Bärenstummelaffen nur einen kurzen Daumenstummel. Mit ihrem fast einen Meter langen Schwanz steuern sie geschickt durch die Äste und zeigen den Besucher*innen, wie perfekt sie an den Regenwald angepasst sind.
Ein Magen wie bei einer Kuh
Bärenstummelaffen ernähren sich vor allem von schwer verdaulichen Blättern. Dabei hilft ihnen ein mehrkammriger Magen, in dessen Gärkammern Bakterien die Zellulose aufschliessen. Diese Verdauung braucht viel Energie: Rund zwei Drittel des Tages verbringen die Tiere deshalb mit Ruhen, Schlafen oder Sonnenbaden. Fast so gemütlich wie Koalas!
Neue Hoffnung für eine bedrohte Art
In Europa leben im Erhaltungszuchtprogramm derzeit nur 57 Bärenstummelaffen in 14 Institutionen. Das neue Paar im Zoo Zürich ist deshalb besonders wertvoll. Langfristig soll es in den geplanten Ndoki Wald ziehen, wo auch Westliche Flachlandgorillas leben werden. So können Sie künftig eine kleine, aber wichtige Reservepopulation einer stark bedrohten Art erleben.
Zoo Zürich
Zürichbergstrasse 221