


Film, Charme und Raubkatzen
Kaum ein anderer Schweizer Kanton hat eine solche Vielfalt zu bieten: Der Charme der Kulturmetropole Solothurn, die Idylle der Aare-Flusslandschaft, der Gegensatz zwischen der Industriestadt Grenchen und den grünen Hügelzügen des Bucheggbergs sowie der Juraketten, Olten mit seiner Altstadt und nicht zuletzt das Schwarzbubenland, ein Geheimtipp für alle Besucher, insbesondere Familien.

Kulturmekka. Die Solothurner Filmtage sind ein weit über die Landesgrenzen hinaus bekanntes kulturelles Ereignis. Jedes Jahr im Januar wird der Kantonshauptort während acht Tagen zum Zentrum des Schweizer Filmschaffens. Dieser und viele weitere Anlässe tragen dazu bei, dass die Stadt dem Prädikat Kulturmekka bei weitem gerecht wird: die im Mai stattfindenden Solothurner Literaturtage, der Solothurner Kunstsupermarkt von November bis Januar, die Solothurn Classics im Juli, ein Opern- und Operettenfestival, sowie auch die Solothurner Biertage im April. Auch musikalisch geht die Post ab. Die Stadt besitzt nicht nur ein Stadtorchester, eine Brass Band, ein Kammerorchester, einen Konzertchor und die Kantorei der Stadtkirche, sondern auch ein Handharmonika-Orchester. Sollten Sie das Pech haben, Solothurn in einer äusserst seltenen, konzertlosen Festivalflaute anzutreffen, können Sie Ihren Kulturdurst in einem der vielen Museen stillen: Kunstmuseum, Museum Altes Zeughaus, Naturmuseum, Museum Blumenstein, Schloss Waldegg, Steinmuseum, Museum für Computer und Technik, der Domschatz sowie das Kosciusko-Museum. Letzteres befindet sich im Haus, wo der polnische Nationalheld Tadeusz Kosciusko lebte und starb. Zu beachten sind auch das äusserst originelle Kabinett für sentimentale Trivialliteratur sowie das bei Kindern beliebte Puppen- und Spielzeugmuseum. Um die Weihnachtszeit finden der Chlausemäret, der Wiehnachtsmäret sowie die traditionelle Weihnachtsreise, eine theatralische Darstellung der Weihnachtsgeschichte, statt. Solothurn ist auch bekannt für ausgelassene Fasnachts-Feierlichkeiten. Der Ort gilt im weiteren als die schönste Barockstadt der Schweiz. Dies nicht zuletzt, weil Solothurn von 1530 bis 1792 Sitz der französischen Ambassadoren in der Eidgenossenschaft war. Nehmen Sie an einer Stadtführung teil, und entdecken Sie die St. Ursen-Kkathedrale, die Jesuitenkirche, den Zeitglockenturm, das Baseltor und vieles mehr. Für Zahlenmystiker interessant ist die Tatsache, dass es in Solothurn früher 11 Zünfte, 11 Tore, 11 Türme, 11 Bastionen sowie 11 öffentliche Brunnen gab. Die ganze Architektur der St. Ursenkathedrale basiert auch auf der Zahl 11, und heute noch gibt es in der Stadt 11 Museen, 11 Brunnen, 11 Kapellen, 11 Kirchen und sogar eine Uhr, die nur 11 Stunden anzeigt.
Der Weissenstein (1291 m.ü.M.), Solothurns Hausberg, ist ein wunderschöner Aussichtspunkt und ein beliebtes Ausflugsziel. Eine der Hauptattraktionen ist der Planetenweg, der bis zum Grenchenberg führt. Weiter seien der Botanische Juragarten sowie das Höhlensystem Nidleloch erwähnt. Im Sommer kommen hier die Wanderer auf ihre Rechnung, im Winter die Schlittler. Eine weitere Juraerhöhung, der Balmberg, ist als Erlebnisberg bekannt. Hier befindet sich ein Seilpark mit sieben Parcours verschiedenen Schwierigkeitsgrades. Neugierige erkunden die Gegend beim Alpaka-Trekking. Eingebetttet in die Gebirgszüge des Solothurner Juras liegt der Naturpark Thal, ein Geheimtipp für alle, die den hektischen Alltag hinter sich lassen wollen. Entspannng bietet auch der Burgäschisee, welcher auf einem Holzschnitzelweg umrundet werden kann. Noch abgelegener und erholsamer ist’s in der romantischen Verenaschlucht, wo noch heute ein Einsiedler die Eremitenklause mit Kapelle bewohnt. Im Sommer laden auch viele Plätze an der Aare zum Bade ein. Die Aarefahrt Solothurn-Biel gilt übrigens als die schönste Flussschiffahrt der Schweiz. Für Naturliebhaber bietet der Alpfelenhof in Attiswil, wo der biologische Anbau von Tee- und Heilkräutern betrieben wird, Führungen an.
Wildlife. Wer würde vermuten, dass man im Kanton Solothurn auch richtig auf Safari gehen kann? Die Storchenkolonie Altreu, die grösste der Schweiz, kann per Schiff, per Velo oder zu Fuss erreicht werden. Eine Veloroute, die sogenannte Storchentour, führt von der Barockstadt Solothurn zur Storchenkolonie und weiter in die Uhrmacherstadt Biel. Stadt und Kanton Solothurn sind übrigens ein eigentliches Radwandermekka. In Broschüren werden verschiedene Touren vorgeschlagen. Wer’s gemütlich nehmen will, mietet einen Flyer, Abenteuerlustige nehmen die Downhillstrecke Weissenstein-Oberdorf unter die Räder. Ganz Waghalsige buchen einen Gleitschirm-Passagierflug bei der Flugschule Solothurn. Doch wenn Sie’s wirklich wild mögen, sollten Sie sich Strickler’s Raubtierpark in Subingen nicht entgehen lassen. Nirgends im Lande finden Sie eine höhere Raubkatzenkonzentration als hier. Eine der Hauptattraktionen ist der 2010 geborene weisse Löwe Zumba. Doch vor langer Zeit gab es auf Solothurner Gebiet Wesen, die selbst einen Löwen hätten erzittern lassen: in Lommiswil haben gigantische, pflanzenfressende Brontosaurier fossile Abdrücke im Jurafels hinterlassen.
Schlemmer und Geniesser kommen im Kanton Solothurn nicht zu kurz. Verschiedene Kelterer bieten Weindegustationen an, so zum Beispiel der Fryberger Rösselerhof in Mandach. Das Unternehmen «Vom Fass» in Solothurn lädt dazu ein, exklusive Öl-, Essig- und Spirituosenspezialitäten zu probieren. Bei Durst können Sie der städtischen Brauerei einen Besuch abstatten. Und wussten Sie eigentlich, dass die berühmten Jura-Kaffeemaschinen im Solothurnischen Niderbuchsiten hergestellt werden? Nach dem Besuch der Erlebnisausstellung Jura World of Coffee werden Sie alle Geheimnisse der kleinen, braunen Bohne kennen. Bevor Sie zurückreisen, sollten Sie unbedingt die seit 1915 legendäre Solothurner Torte probieren, die vom Chocolatier Suteria am Kronenplatz verkauft wird.
Schwarzbubenland. Vergessen Sie nicht, Olten und seine schöne Altstadt zu besuchen. Der Ort ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, und im Oltner Bahnhofbuffet traf sich bis 2002 die Gruppe Olten, die berüchtigte Gruppierung von Schweizer Schriftstellern. Ein besonders für Familien attraktives Ausflugsziel ist das Schwarzbubenland, das Kleinod der Nordwestschweiz. Die bezaubernden Landschaften laden geradezu zum Wandern und Velofahren ein. Hinzu kommen zahlreiche, liebevoll betreute Museen wie zum Beispiel das Museum für Musikautomaten in Seewen, das Haarundkamm-Museum in Mümliswil oder das Velomuseum in Nunningen. Die Klöster in Beinwil und Mariastein können beide besichtigt werden. Eine ganz spezielle Art die Region zu entdecken, ist die Burgenwanderung, welche im Burgwanderbuch beschrieben ist. Der historische Weg führt in 14 Tagesetappen an bewohnten Burgen, Burgruinen und sogar noch unerforschten Burgstellen vorbei.
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